Wenn du sowieso schon mit ChatGPT oder Claude arbeitest, kannst du sie direkt mit SimplyBills verbinden. Die KI legt dann auf Zuruf Rechnungen, Angebote und Kunden an. Verschickt oder gelöscht wird nur, was du vorher freigibst. Die Verbindung läuft über MCP, einen offenen Standard, und ist in den Tarifen Pro und Max enthalten.
Alltagsszenen (Baustelle, Auto, Sofa) und drei fertige Prompt-Beispiele stehen im Schwesterbeitrag Rechnung per Chat schreiben. Dieser Text ist die Einrichtungs-Anleitung: Connector verbinden, Rechte setzen, erste Rechnung diktieren. Produktseite: KI-Schnittstelle.
Worum es hier geht
Die Idee ist einfach. Du nimmst die KI, die du ohnehin den ganzen Tag offen hast, und gibst ihr Zugriff auf dein SimplyBills-Konto. Kein Wechsel ins Rechnungsprogramm. Kein zweites Fenster. Du bleibst in dem Chat, in dem du sowieso gerade tippst.
Für viele ist das der angenehmere Weg. Wer den ganzen Tag mit Claude E-Mails formuliert oder mit ChatGPT Angebote durchdenkt, will am Ende nicht noch in ein drittes Tool springen, nur um die Rechnung dazu zu schreiben.
Was technisch dahintersteckt: MCP
Die Verbindung basiert auf dem Model Context Protocol, kurz MCP. Das ist ein offener Standard, mit dem KIs externe Programme bedienen können. ChatGPT nennt das "benutzerdefinierten MCP-Server" und führt ihn unter Plugins, Claude nennt es "benutzerdefinierten Connector". Beide sprechen dieselbe Sprache, und SimplyBills hört auf dieser Sprache zu.
Du musst von all dem nichts verstehen. Die KI bekommt keine Generalvollmacht. Sie bekommt genau die Werkzeuge, die du freigibst. Nicht mehr.
Einrichten in drei Schritten
1. Adresse in SimplyBills kopieren
Melde dich in SimplyBills an und geh auf Einstellungen, KI-Schnittstelle. Dort steht eine Adresse, die so ähnlich aussieht wie eine Web-Adresse. Kopier sie. Das ist die Tür, durch die deine KI gleich klopft.
2. KI verbinden und Zugriff erlauben
In ChatGPT öffnest du chatgpt.com/plugins, klickst oben rechts auf "Hinzufügen" und dann auf "Benutzerdefinierten MCP-Server hinzufügen". In Claude gehst du auf Anpassungen, Konnektoren, und wählst über "Hinzufügen" einen benutzerdefinierten Connector. Dort fügst du die Adresse ein. Jeden Klick mit Bild zeigt unsere Anleitung mit Screenshots. Beim ersten Mal öffnet sich ein SimplyBills-Login. Du meldest dich an und siehst einen Bildschirm, auf dem steht, worauf die KI zugreifen darf: lesen, Entwürfe anlegen, versenden, löschen. Du kannst einzelne Häkchen wegnehmen, etwa wenn die KI gar nichts verschicken können soll. Dann klickst du auf "Zugriff erlauben".
3. Im Chat abrechnen
Ab jetzt versteht deine KI Sätze wie "Erstell eine Rechnung über 3 Stunden Beratung zu 120 Euro für die Firma Müller, zahlbar in 14 Tagen". Sie legt daraus einen Entwurf in SimplyBills an. Beträge, Steuer und die fortlaufende Rechnungsnummer rechnet das System selbst aus. Da kann sich die KI gar nicht verrechnen.
Der wichtigste Punkt: du gibst kritische Aktionen frei
Eine Rechnung, die einmal beim Kunden ist, holst du nicht zurück. Ein gelöschter Beleg ist weg. Solche Dinge darf die KI nicht allein entscheiden, und das ist absichtlich so gebaut.
Wenn die KI etwas versenden oder löschen will, antwortet SimplyBills nicht mit "erledigt". Sie antwortet mit einer Rückfrage. Die enthält eine kurze Zusammenfassung, zum Beispiel "Rechnung RE-2026-0001 über 357,00 Euro geht an kunde@firma.de". Die KI muss dir das zeigen und dich fragen. Sagst du Ja, läuft die Aktion. Antwortest du nicht, passiert nichts. Diese Bestätigung sitzt auf dem Server, nicht in der KI. Ein geschickter Chat-Trick umgeht sie nicht.
Lesen und Entwürfe anlegen darf die KI ohne Rückfrage, weil dabei nichts Bleibendes passiert. Ein überflüssiger Entwurf ist schnell gelöscht.
Was die KI übernehmen kann
- Rechnungs-, Angebots- und Stornoentwürfe aus einer kurzen Beschreibung anlegen
- neue Kunden anlegen und Stammdaten aktualisieren
- offene, versendete und bezahlte Rechnungen nachschlagen
- Rechnungen, Angebote und Mahnungen versenden, nachdem du zugestimmt hast
- Entwürfe löschen, nachdem du zugestimmt hast
Ein Beispiel aus dem Alltag
Lena ist freie Grafikerin. Sie bespricht ein neues Projekt mit Claude, lässt sich beim Angebotstext helfen und sagt am Ende einfach: "Mach daraus ein Angebot in SimplyBills, 5 Logoentwürfe zu 180 Euro, gültig bis Ende des Monats." Claude legt den Entwurf an und fragt, ob es das Angebot direkt an die Kundin schicken soll. Lena schaut kurz auf die Zahlen, sagt Ja, und das Angebot ist raus. Sie hat das Rechnungsprogramm an dem Tag kein einziges Mal selbst geöffnet.
Sicherheit und Kontrolle
Der Zugriff läuft über OAuth, denselben Mechanismus, mit dem du dich bei vielen Diensten "mit Google" anmeldest. Du erlaubst jede KI einzeln. In den Einstellungen siehst du, welche Anwendungen gerade verbunden sind, und nimmst den Zugriff mit einem Klick wieder weg. Deine Zugangsdaten gibst du der KI nie. Sie bekommt nur ein Token, das ausschließlich für dein Konto gilt und das du jederzeit ungültig machen kannst.
Häufige Fragen
Welche KIs funktionieren?
ChatGPT und Claude direkt. Dazu jedes Tool, das den MCP-Standard unterstützt. Der Kreis wird gerade größer, weil immer mehr Anbieter MCP einbauen.
Brauche ich Programmierkenntnisse?
Nein. Adresse kopieren, einmal anmelden, Zugriff erlauben. Mehr ist es nicht.
Was kostet die KI-Schnittstelle?
Sie ist Teil der Tarife Pro (9 € im Monat oder 84 € im Jahr) und Max (29 € im Monat oder 288 € im Jahr). Im Free-Tarif ist sie nicht dabei.
Kann die KI heimlich etwas verschicken?
Nein. Jeder Versand und jedes Löschen braucht deine ausdrückliche Bestätigung, und die Prüfung dafür liegt auf dem Server von SimplyBills.
Wenn du es ausprobieren willst: Hier steht, wie die KI-Schnittstelle funktioniert. Wie das Abrechnen per Chat im Alltag aussieht, liest du im Beitrag Rechnung per Chat erstellen.